Hier kann man etwas mehr über RISC OS erfahren.
RISC OS ist natürlich ein Multitasking Betriebssystem. Das heißt, es kann mehrere Aufgaben quasi gleichzeitig abarbeiten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Betriebsystemen wird das Multitasking nicht vom Betriebssystem gesteuert (präemptives Multitasking). Bei RISC OS bestimmen die Anwendungsprogrammen selbst wann die anderen Programme am Zuge sind (kooperatives Multitasking). Das die Programme die Kontrolle der Verteilung der Rechnezeit in der Hand haben ist sicher nicht ideal, funktioniert aber unter RISC OS recht gut.
Das Betriebssystem selbst ist zu einen großen Teil in ARM Assembler geschrieben. Der Rest und insbesondere neuere Teile sind in C geschrieben. RISC OS hat einen relativ kleinen Kernel. Der überwiegende Teil besteht aus Modulen. Diese Module sind für alle möglichen Aufgabe zuständig, wie z. B. Desktop, Zugriff auf Festplatten, Maussteuerung, Anzeige von Schriften, Sound und Internet. Nicht selten setzen Module auf anderen Modulen auf. Der größte Teil des Betriebssytems befindet sich im nichtflüchtigen Speicher (ROM bzw. Flash-ROM). Nur wenige Teile werden von der Festplatte bei Bedarf geladen. Einzig bei RISC OS Select wird ein ROM-Image von Festplatte geladen. Durch die Module ist RISC OS recht flexible und ausbaufähig. Alte Module können durch neue im laufenden Betrieb ersetzt werden. Dabei können die alten Module auch im ROM liegen.
Da sich im ROM ein schneller BASIC Interpreter befindet, ist BASIC vor C und Assembler die beliebteste Programmiersprache. Der berüchtigte Spagettikode von alten BASIC Varianten kann man dank verschiedener Schleifen, Prozeduren und Funktionen beim BBC BASIC umgehen. Zusätzlich gibt es Schnittstellen zum Betriebssystem und kann damit fast alles in BASIC machen, was man auch mit C oder Assembler machen kann. Wer will kann in BASIC auch mit dem Inline-Assembler Programmteile beschleunigen.
RISC OS ist zwar vorwiegend eine Desktop-Betriebssystem, aber es gibt auch eine Kommandozeile. Es gibt eine recht einfache Programmiersprache für die Kommandozeilen. Dort kann man aber längst nicht so viel machen wie bei anderen Betriebssystemen. Da aber BASIC im ROM vorliegt, kann man BASIC für Aufgaben benutzen, die mit den Kommandozeilen-Befehlen nicht oder nur umständlich möglich sind. Mit Hilfe von Kommandozeilen-Kommandos werden nahezu alle Programme gestartet und vorher dafür gesorgt, daß alle benötigten Module geladen und die jeweiligen Systemvariablen gesetzt sind.
Mit RISC OS werden einige Programme mitgeliefert. Die wichtigesten Programme sind ein einfacher Texteditor (Edit), ein einfaches Graphikprogramm (Paint), ein vektororientiertes Graphikprogramm (Draw), einen Konverter für viele Graphikformate (ChangeFSI) und einen Wecker (Alarm) der auch Programme starten kann. Ein Teil dieser Programme sind im ROM und über das Apps-Laufwerk erreichen.
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