Selbstverständlich kann man unter RISC OS auch programmieren. Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Programmiersprachen unter RISC OS.
Die beliebtesten Programmiersprache unter RISC OS ist sicher BASIC, da ein BASIC Interpreter in ROM vorhanden ist. Bei dem BBC BASIC V handelt es sich um einen Dialekt der strukturiertes Programmieren erlaubt. Dank Prozeduren, Funktionen, WHILE, REPEAT, IF-THEN-ELSE über mehrere Zeilen und der CASE Anweisungen kann man eigentlich immer GOTO und GOSUB vermeiden und damit den berüchtigten Spaghetticode umgehen. Mit Schnittstellen zum Betriebssystem kann man nahezu alles in BASIC machen, was man auch mit C oder Assembler machen kann. Auch wenn das BBC BASIC V eine Interpretersprache ist, so ist es recht schnell. Normalerweise merkt man es RISC OS BASIC Programmen nicht an, dass sie gerade von einen BASIC Interpreter übersetzt werden. Mit dem vorhanden Inlineassembler ist die Einbettung von Assemblerkode möglich. So kann man auch zeitkritische Abschnitte in optimaler Geschwindigkeit ablaufen lassen. Wer will kann seine Programme mit einen BASIC Compiler beschleunigen. Es gibt mehrere Bibliotheken und auch Entwicklungsumgebungen für BASIC.
Eine andere sehr beliebte Programmiersprache unter RISC OS ist C. Es gibt für RISC OS zwei relevante C/C++ Compiler. Der eine sind die C/C++ Tools von RISC OS Open (ROOL) und der andere ist eine Portierung aus der freien Gnu Compiler Collection (GCC). Der ROOL Compiler wird oft Norcroft genannt und wurde schon von Acorn und später von Castle eingesetzt. Mit dem Compiler werden die RISC OS Quellen übersetzt und unterstützt von Hause aus den C99 Standard. Der GCC wird mit der POSIX-nahen UnixLib geliefert. Für die Desktopprogrammierung gibt es mehrere Bibliotheken. Wie es aussieht sind momentan am ehesten die OSLib und die DeskLib zu empfehlen. Selbstverständlich gibt es noch weitere Libraries. Hier ist insbesondere die Arbeit des Unix Porting Project zu erwähnen. Beide Compiler werden aktiv weiterentwickelt. Die Geschwindigkeitsunterschiede des Kompilats der beiden Compiler sollen gering sein. Aber der GCC verbraucht wesentlich mehr Speicher und ist deutlich langsamer beim Kompilieren. Es gibt für den GCC Crosscompiler für Unix und Windows unter Cygwin die schneller sind als der GCC auf einen RISC OS Rechner.
Recht beliebt ist auch Assembler. Mit Assembler kann ein Programmierer die maximale Ablaufgeschwindigkeit aus seinen Programmen herausholen. Bei rechenintensiven Abschnitten kann das durchaus Sinn machen. Zusätzlich wird Assembler gerne genommen, da der ARM Befehlssatz im Gegensatz zu anderen Prozessoren sehr übersichtlich ist und auch von Menschen gut programmierbar ist. Es gibt neben dem BASIC Inlineassembler mehrere Übersetzer für Assembler. Hat man sich für Assembler als Programmiersprache entschieden, so sollte man sich auf alle Fälle mit der 26/32 Problematik von RISC OS und dem ARMv7 Core befassen.
Es gibt noch einige andere Programmiersprachen unter RISC OS wie zum Beispiel Fortran, Ada, Python oder Lua. Diese sind zwar nicht so sehr verbreitet, aber das ist natürlich kein Hinderungsgrund diese nicht zu nutzen. Im Anschluss noch eine sicher unvollständige Liste von Programmiersprachen für RISC OS. In der Liste sind sicherlich einige vorhanden, die weder auf einen sogenannten 32 Bit Rechner noch auf einen Risc PC mit RISC OS 4 oder Select laufen. Egal für welche Programmiersprache man sich entscheidet, man sollte unbedingt darauf achten, dass die erzeugten Programme einen 26/32 Bit-neutralen Kode erzeugen, damit man diese sowohl auf einen alten Risc PC, IYONIX pc, A9home oder BeagleBoard-xM laufen. Die Programmiersprachen von denen ich weiß, dass sie 26/32 Bit-neutral sind habe ich mit + markiert.
+ bekanntermaßen 26/32 Bit-neutral
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