Wer plant einen RISC OS Rechner zu kaufen, muss sich überlegen welche der vielen möglichen Rechner in Frage kommen. Deshalb hier eine kurze Beschreibung der empfehlenswerten Rechner. Da RISC OS, im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen, keine großen Ansprüche an die CPU und den Speicher hat kann ein altes Modell immer noch empfehlenswert sein.

Risc PC
Bild von Risc PCZuerst den wohl erfolgreichsten RISC OS Rechner, den Risc PC. Dieser Rechner wurde 1994 von Acorn vorgestellt. Auch wenn der Risc PC über fünfzehn Jahre alt ist, so ist dieser Rechner heute immer noch sehr beliebt bei RISC OS Benutzern. Dies verdankt der Rechner zu einen großen Teil der Prozessorkarte. Ab Ende 1996 war eine Prozessorkarte mit StrongARM erhältlich und bedeutete für RISC OS Rechner einen enormen Geschwindigkeitsschub und ist damit auch für das Überleben von RISC OS zuständig. Der Risc PC ist Dank Steckkarten ausbaufähig und auch das Gehäuse kann man nachträglich vergrößern. Die meisten Erweiterungskarten sind aber inzwischen nur noch gebraucht erhältlich. Der Risc PC wird nach fast 10 Jahren der Herstellung nicht mehr gebaut, wird aber durchaus gebraucht angeboten. Man sollte nur einen Risc PC mit StrongARM kaufen. Auch sollte der Computer möglichst zwei MByte VRAM als Graphikspeicher besitzen. Ab 8 MByte RAM kann man mit den Rechner arbeiten, aber mehr ist natürlich besser und 64 MByte ist meist ausreichend. Ideal ist es, wenn der Risc PC die RISC OS Version 4 (4.0, Select 1 bis 3 oder Adjust) oder 6 (Select 4 und höher) hat, da RISC OS 3 keine langen Dateinamen kennt. Aber mit zusätzlicher Software kann man auch unter RISC OS 3 mit langen Dateinamen arbeiten. Es gibt für den Risc PC Netzwerkkarten, die aber leider recht teuer sind.

Prozessor: ARM610 (30 MHz), ARM 710 (40 MHz), StrongARM (ab 202 MHz)
RISC OS Version: 3.5 (ARM610), 3.6 (ARM710), 3.7 (StrongARM), 4.0, Select 1 - 3, Adjust, 6 (Select 4 und höher, nur StrongARM)
Graphik: 1600 x 1200 x 16, 1280 x 1024 x 256, 1024 x 768 x 16 Mio.
Schnittstellen: Acornmaus, PS/2 Tastatur, VGA Monitor, Tonausgang, seriell, parallel
Speicher: PS/2, max. 2-mal 128 MByte, max. 2 MByte VRAM

IYONIX pc
Bild von IYONIX pcDer IYONIX pc ist 2002 der Nachfolger des Risc PC geworden. Der Rechner hat ein MicroATX Motherboard und kann deshalb in ein PC-Standardgehäuse eingebaut werden und wurde auch in verschiedenen Gehäuse- und Ausstattungsvarianten geliefert. Das nebenstehende Bild zeigt das "klassische" Gehäuse. Anschlüsse für Netzwerk und USB 2.0 sind vorhanden. Dank PCI kann man den Rechner mit PCI Karten für PCs erweitern, sofern ein geeigneter Treibern für den IYONIX pc vorhanden sind. Durch den XScale Prozessor, der nVidia Graphikkarte, UDMA IDE und so weiter ist der IYONIX pc ein RISC OS Spitzenrechner. Durch den Einsatz des XScale Prozessors laufen einige alte sogenannte 26 Bit Programme nicht auf den IYONIX pc, aber mit Aemulor beziehungsweise Aemulor Pro bekommt man die meisten dieser Programme zum Laufen. Leider wird der IYONIX pc nicht mehr hergestellt und ist somit nur noch gebraucht erhältlich. Dafür wird RISC OS 5, danke der Offenlegung des Quellcodes. noch weiter entwickelt und ist bei RISC OS Open kostenlos erhältlich.

Prozessor: XScale (600 MHz)
RISC OS Version: 5
Graphik: nVidia GeForce 2 MX, FX 5200 oder FX 5500, bis zu 2048 x 1536
Schnittstellen: USB 2.0, Monitor, 2 serielle, Netzwerk, Tonein- und -ausgang
Speicher: DDR, bis zu 512 MByte
Homepage: www.iyonix.com

A9home
Bild von A9homeSeit Mitte 2006 ist der A9home erhältlich. Der Rechner ist extrem klein (168 x 103 x 53 mm), hat keine aktive Kühlung und ist in etwa so schnell wie der IYONIX pc. Wegen des kleinen Gehäuses hat der A9home kein CD- beziehungsweise DVD- oder Diskettenlaufwerk eingebaut. Via USB kann man aber zusätzliche Geräte anschließen. Eine 40 MByte 2,5 Zoll Festplatte ist eingebaut und ein Netzwerkanschluss ist vorhanden. Wegen der ARM9 CPU gibt es für die sogenannten 26 Bit Programme den Emulator Aemulor. Der kleinste RISC OS Computer eignet sich gut zum Transport. Nachteil ist aber auf alle Fälle die schlechte Erweiterbarkeit durch die veraltete und langsame USB 1.1 Schnittstellen. Zusätzlich befindet sich der Rechner in einen Beta Zustand, der sich auch leider nicht ändern wird.

Prozessor: ARM9 (400 MHz)
RISC OS Version: Adjust32 (4.42)
Graphik: vermutlich bis zu 1280 x 1024
Schnittstellen: VGA Monitor, PS/2 Tastatur und Maus, USB 1.1, Netzwerk, serielle, Tonein- und -ausgang
Speicher: 128 MByte, 8 MByte VRAM
Homepage: www.advantage6.com/products/A9home.html

BeagleBoard(-xM)
Bild von Beagleboard xM in KisteDas BeagleBoard und das BeagleBoard-xM sind eigentlich Entwicklungsboards von Texas Instruments. Aber Dank der Offenlegung des Quellcodes konnte RISC OS 5 auf das Board portiert werden. Die Portierung ist aktuell (Januar 2011) noch nicht abgeschlossen, ist aber für erfahrende RISC OS Benutzer durchaus brauchbar. Man kann das BeagleBoard(-xM) einzeln bestellen. Dann muss man Stromversorgung, Gehäuse und so weiter selber zusammenstellen und RISC OS händisch installieren. Der deutsche Händler a4-computer und informationssysteme bietet mit Beagleboard xM in Kiste;, kurz BIK genannt, ein Komplettsystem seit Ende 2010 an. Auch hier sind sogenannte 32 Bit Programme notwendig und diese müssen zusätzlich den ARMv7 Core unterstützen. Aemulor wurde noch nicht für das BeagleBoard übertragen. Das schnellere -xM Board hat im Gegensatz zum einfachen BeagleBoard eine Netzwerkschnittstelle, mehr Speicher und einen USB Hub. Die Boards bieten keine S-ATA Schnittstelle an und so ist man für Laufwerke auf USB angewiesen. Das BeagleBoard-xM ist aktuell der RISC OS Rechner mit der höchsten Rechenleistung.

Prozessor: ARM Cortex-A8 / OMAP3 (600 MHz, 1GHz bei -xM)
RISC OS Version: 5
Graphik: 1280 x 1024
Schnittstellen: Monitor (DVI-D), USB 2.0, serielle, Tonein- und -ausgang, -xM: Netzwerk
Speicher: 128 MByte, 512 MByte bei -xM
Homepage: beagleboard.org / www.a4com.de/riscos/bik.htm


Spiele-Rechner
Wer Interesse an Spielen aus der Zeit vor dem Risc PC hat, sollte sich auf keinen Fall für den A7000 entscheiden, da der weitestgehend dem Risc PC entspricht. Für die alten Spiele ist ein A5000 mit ARM3 zu empfehlen. Als Alternative bieten sich der A3010, A3020 oder A4000 mit ARM250 an. Aber alle "A-Rechner" werden nur recht selten gebraucht angeboten.

Hardwareersatz RISC OS Emulatoren


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